Transzendente Musikausübung

Jegliche Musikausübung trägt schon dadurch, dass der Musiker sich mit einem Werk aus einer anderen Gegenwart zu verbinden sucht, einen „Transzendenzauftrag“ in sich. Den – wie auch immer beschreibbaren oder erlebbaren – Abstand zwischen dem ausführenden Musiker und dem Werk des Komponisten gilt es zu überbrücken. Schwach formuliert könnte man sagen, dieses Überbrücken dem Zuhörer nicht allzu alltäglich erscheinen zu lassen, wäre Aufgabe des Musikers. Stark formuliert ist seine Aufgabe, das Leben und damit das Mit-erleben-lassen in diesem Zwischenraum so groß werden zu lassen, dass es hinterher zu einem Akt der Transzendenz wird, mit diesem Erlebnis in dasjenige zurückzukehren – oder fortzuschreiten -, was vorher Alltag und Normalität gewesen war. In diesem Sinne erfüllte Musikausübung nennen wir Transzendente Musikausübung.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.