Gesunderhaltung

Nur wenn der Musiker im höchsten und allgemeinsten Sinne er selbst sein kann, erlangt er seine Freiheit, die die unabdingbare Voraussetzung seiner Kunstausübung ist.
Mit dem Aufgeben dieser Freiheit zu Gunsten von partiellen Fokussierungen wird aber oftmals nicht nur die Möglichkeit musikalischer Exzellenz zunichte gemacht, sondern in der Folge die persönliche musikalische Existenz in ihrer Gesamtheit bedroht.

Die zahlreichen Einfallstore der Unfreiheit in der Musikerbiographie müssen somit als Krankheitsrisiken angesehen werden. Komponisten mit Burnout, Sänger mit Stimmproblemen, Pianisten mit Fokaler Dystonie haben bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Leiden gemeinsam, dass ihnen die Fühlung mit ihrer klangmagnetischen Mitte, dem Zentrum musikalisch-klanglicher Freiheit, wieder erlebbar werden muss. Mit der Bereitschaft, sich dem freien Klang zu öffnen, ist eine reale Chance gegeben, zu den alten Fähigkeiten zurückzukehren oder sogar weit über diese hinauszuwachsen.

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